Hallo alle zusammen, es ist ja schon wieder eine kleine Weile her, dass ich mich gemeldet habe. Grund war eine 11-tägige Reise nach Burkina Faso. Es war fantastisch und anstrengend und ich habe viel zu erzählen. Da ich aber eine Woche Uni verpasst habe muss ich jetzt zwei Tage arbeiten und werde dann Donnerstag und Freitag was reinstellen.
Dienstag, 6. November 2007
Zurück aus Burkina Faso
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Kleine ghanaische Preiskunde + Was bekommt der Michi denn hier zu essen…???
Ein Euro ist ungefähr 12.000 alte Cedis und 1,20 neue Cedis. Das Schwierige an dieser Zweigleisigkeit ist, dass beide Währungen im Umlauf sind und man mit beiden gleichzeitig bezahlen muss. Der alte Cedi besteht nur aus Cedis, nicht wie der Euro aus Euro und Cent. Ein neuer Cedi sind 100 Pesewas. Man hat also ziemlich viele verschiedene Münzen und Scheine in der Tasche. Unglaublich ist auch, dass der größte Geldschein der alten Währung 20.000 Cedis ist (also umgerechnet 1,80 €). Man kann sich vorstellen, wie viele Scheine man zu einem Großeinkauf, zu einem feinen Abendessen oder zum Autokauf mitnehmen muss. Die Währungsreform verringert also das Portemonnaie-Volumen drastisch. Negativer Nebeneffekt ist aber auch dass die Preise für Waren jetzt schon ansteigen, und vieles was früher um die 50 Cent gekostet hat, jetzt, der „Einfachheit“ halber, einen Cedi kostet. Wir haben das ja auch alle beim Euro mitgemacht. Um Unmut vorzubeugen hat die lustige Zentralbank 328.986.256 (eher mehr) lächelnde Aufklärungs-Sticker im Land verteilt, die proklamieren, dass alle Preise beim alten bleiben werden. „The value ist the same“. Daneben sind Vorher-Nachher-Bilder von unzufriedenen Frauen und Männern, die Koffer voller Geld herumschleppen nebst vor Freude jauchzender Ghanaer, die nur noch ein paar Scheine der neuen Währung in der Hand halten. Viele Marktfrauen sehen aber trotzdem lieber den alten Cedi, obwohl der im Dezember ausgedient haben soll. Ob das aber so reibungslos funktioniert…ich kann es mir kaum vorstellen.
Nun gut, was bekommt man hier für sein Geld? Wie billig ist Ghana? Hier ein paar Beispiele aus dem Alltag. Die Preise sind in Euro umgerechnet…
Ein großes Brot - 50 Cent
Ein Päckchen Kaugummi - 8 Cent
Frühstück auf dem Markt (Egg-Sandwich und Kakao) - 80 Cent
Eine Banane - 6 Cent
Eine Wassermelone - 15 Cent
500ml-Trinkwasserpäckchen - 2 Cent
15-Liter Wasser in 30 Plastikbeuteln - 70 Cent
ein ghanaisches Bier (0,7 Liter) - 70 Cent
eine Flasche Schnaps - ab 60 Cent
traditionelles Mittagessen (Fufu, Banku, Kenkey, Jollof) - 40-60 Cent
Hotelzimmer (mit Gemeinschaftsduschen) - 3 Euro
Hotelzimmer (mit eigenem Bad) - ab 4 Euro
Taxifahrt nach Downtown-Accra (15 km) - ab 3 Euro je nach Verhandlungsgeschick
TroTro-Fahrt in die Stadt - 30 Cent
Pizza beim schicken Italiener - 5-10 Euro
…
ein kleines Päckchen Feta (importiert) - 28 Euro
ein kleines Glas Nutella (natürlich auch importiert) - 8 Euro
ein kleines Glas HOnig
ein Tetra-Pack Milch (fast immer aus Dland) - ab 4 Euro
kleines Päckchen Haribo-Gummibärchen - 6 Euro aufwärts
500 Gramm Gouda von der lieben Tante Antje - ab 15 Euro
…ihr seht. Man bekommt hier alles, wenn man das nötige Kleingeld hat. Es ist aber schon lächerlich hier im Koala-Mart oder im Max-Mart (die beiden größten westlichen Kaufhäuser in Accra) schicke Obrunis und Ghanaer zu sehen, die 28 Euro für ein 200 Gramm Päckchen Feta hinblechen (dafür kann man ungefähr 250 Mal auf dem Markt essen). Nun ja, trotzdem ist das Verlangen nach westlichem Essen hier besonders groß und nach 3 Tagen Ghana-Essen vom Markt packt mich der absolute Heißhunger nach Nudeln, Pizza, Hamburger, Pommes oder sonstigem Vertrauten, was ja auch irgendwie verständlich ist.
Aber was isst man traditionellerweise hier? Der echte Ghanaer isst Reis oder Fufu (gestampfte Cassava und Kochbananen) mit Soße 3-mal am Tag. Die häufigsten Gerichte sind:
Waakye - weißer Reis und Bohnenmix
Plain Rice - einfacher Reis
Jollof - Reis in Gemüse und Fleischsud gekocht (orangefarben)
Fried Rice - gebratener Reis
Banku/Kenkey - gestampfter Mais und Kochbananen
Omotuo - Knödelartige Reisbälle
Fufu - gestampfte Cassava-Knolle und Kochbananen
RedRed - rote Kidney-Bohnenpampe mit Fried Plantains
Spaghetti - extrem weich gekocht, pampenhaft
Geraspelter Weißkohl als Mini-Beilage (der Ghanaer steht nicht auf Salat oder Gemüse)
Fried Plantains - geröstete oder frittierte Kochbananen mit Pfeffer
Fried Yams - frittierter Yams (ähnlich ganz dicken Pommes)
Kebabs - superscharfe Fleischspieße aus Ziegenfleisch
Dazu gibt’s dann die Auswahl zwischen 4 verschiedenen suppenartigen Soßen:
Groundnut-Soup - Erdnusssuppe mit Innereien (man glaubts kaum aber das ist mein Favorit)
Palmnut-Soup - Suppe aus Palmnüssen mit Fisch (unglaublicher Kotzreiz)
Light-Soup - Extrem scharfe Suppe aus Tomaten und Ziegenfleisch
Stew - scharfe Tomaten-Fleischsoße
Wenn man den Tag nicht mit Reis anfangen möchte (der übliche Ghanaer isst Waakye mit Stew zum Frühstück), der wird von zahlreichen Eierfrauen beglückt, die mit ihren kleinen Ständen am Straßenrand stehen und ein schnelles Rührei-Sandwich (für 40 Cent) zaubern. Im zweiten International Students Hostel gibt es auch eine Pancake-Lady, die superleckere Pfannenkuchen für die armen Obrunis brät, um deren afrikanischen Essensschock zu kompensieren.
Hauptnahrungsquelle für uns ist aber der Nightmarket (ein kleiner Markt aus Obst- und Essensbuden, hier köcheln verschiedene Stände von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends), der nur 100 Meter vom Hostel entfernt ist.
So genug von traditionellem Essen (nach 2 Tagen momentan). Es ist Dienstag, das bedeutet 2 for 1- Pizzanight in der Tankstellen-Pizzeria außerhalb des Campus - die wöchentliche Pilgerfahrt beinahe aller Internationalis. Lächerlich aber wahr. Und ich pilgere jetzt auch dorthin. Tankstellenabend. Die Zeiten sind zu Hause ja schon seit Jahren vorbei.
Das wars noch mal von mir…Bis bald. Micha
PS: Ach ja, ich beneide euch alle so oft hier um frisches Gemüse, einen fetten Salat, Käse, Marmelade und Milch…..ich werde mächtig reinhauen, wenn ich wieder zu Hause bin. Also ladet mich besser nicht zum Essen ein, oder Moment mal - ladet mich auf jeden Fall zum Essen ein….Grüße und guten Hunger zu Hause…
Montag, 15. Oktober 2007
schreibfaul...
ich werde mich aber definitiv in den nächsten tagen nochmal mit news und geschichten vom regenwaldtrip, von der reise in die berge und zum höchsten wasserfall westafrikas und vom westen des landes melden....bis dahin aloha und ich hoffe euch geht es allen gut...
ps: übrigens, meine faulheit kann man auch hier ganz gut erkennen, das hin- und herswitchen zwischen groß- und kleinschreiben ist mir heute zuviel. das schiebe ich aber auf die affenhitze hier. bäääähh
Donnerstag, 27. September 2007
TOGO Part II
So, wie versprochen hier der zweite Teil des Wochenendes in Togo. Der Samstagmorgen begann französisch mit unglaublich leckeren Crossaints in einer schicken Croissanteria. Eines der vielen Überbleibsel französischer Kolonialherrschaft. Übrigens Rauchen und Weintrinken sind hier auch sehr beliebt, ganz im Gegenteil zu Ghana.
Dienstag, 25. September 2007
TOGO (Part I) – Accra-Aflao-Lomé-Lac du Togo-Aného-Lomé-Accra 14.-16.09.2007
Togo, Ghanas Nachbarland im Osten, war unser nächster Wochenendtrip und entpuppte sich als echter Junggesellentrip. Mit Andrew, Quentin, Dave und James war die Gruppe auch zum ersten Mal nicht so groß, eine angenehme Reisegröße also. Da niemand wusste was uns erwarten würde und wir auch keine eigentliche Anlaufstelle in Togo hatten, ließen wir uns ganz vom Zufall treiben. Da Europäer für jedes westafrikanische Land ein Extra-Visum beantragen müssen war unsere erste Aufgabe dieses bei der togolesischen Botschaft in Accra zu ergattern. Quentin hatte das schon ein paar Tage vor uns gemacht und gesagt es sei kein Problem oder ein sonderlich großer Kraftakt. Pustekuchen. Nach einer guten Stunde Suchen hatten wir die Botschaft gefunden und beschlossen ein Mastervisum der Entente zu beantragen Das ist ein Sammelvisum für Togo, Benin, Elfenbeinküste, Burkina Faso und Niger, 5 französischsprachige Länder in Westafrika. Nach einem endlosen Papierkrieg war es geschafft, fast. Nun mussten wir nur noch den zuständigen Ambassadeur, der gar nicht der Botschafter war in seinem Büro aufsuchen und um die Erlaubnis bitten, Togo besuchen zu dürfen. Im Büro fanden wir einen zeitunglesenden Mitdreißiger mit grimmigem Gesicht vor, der uns keines Blickes würdigte. Um die Spannung zu brechen sagte Dave so was wie: Hey Buddy, what´s up today, you feel fine, wow hey, nice office, fancy, so yeah we´re here!” Danach folgte filmreifes Zeitlupenweglegen der Zeitung und noch fiesere Fresse von Mitdreißiger. Das war zuviel für ihn und auch ich fand es völlig unpassend von Dave, übertrieben und peinlich. Die erste Frage seinerseits war: Was wollt ihr denn mit den togolesischen Frauen machen übers Wochenende? (Kein Scherz). Dann beschuldigte er uns, dass wir nur den Stempel im Pass haben wollten und nicht wirklich interessiert an Togo und dessen Geschichte seien, anderseits hätten wir ja nicht das Mastervisa beantragt. Danach erklärte er uns warum er die internationalen Legon-Studenten, also uns inklusive, so hasse, sie haben ihn und sein Land beleidigt und sein Volk über Jahrhunderte gequält und erniedrigt, gemeint war sicher der weiße Mann allgemein. Wir waren jedenfalls mehr als verstört. Das Ende vom Lied war dann, das wir für ihn Geld wechseln fahren mussten, Ghana Cedis in Westafrikanischen Franc, als kleinen Dienst für seine Stempel-Handbewegung in unsere Reisepässe – Arschloch (Entschuldigung, aber er war ein riesengroßes). Gott sei Dank waren alle Togolesen in Togo selbst mehr als freundlich.
Montag, 17. September 2007
Cape Coast/Elmina 31.08.-02.09.2007
Der zweite große Wochenendausflug führte uns der Küste entlang nach Cape Coast und Elmina, zwei Städte, die leider besonders wegen ihrer gewaltigen Sklavenburgen bekannt sind. Cape Coast, die Bildungshauptstadt Ghanas hat eine Vielzahl von privaten Colleges und eine große Uni. Die Stadt hat circa 100.000 Einwohner, wirkt aber wie alle Städte hier viel größer, weil sich das Leben nicht wie bei uns hinter Fassaden und Wänden, sondern auf den Straßen abspielt und man überall unglaublich viele Menschen sieht. Die Fahrt nach Cape Coast war zwar nicht so ein Erlebnis wie die nach Kumasi, aber auch hier haben wir unglaubliche 4 Stunden gebraucht – und das bei nur 190 km Distanz. Es hat jedenfalls in den Bus reingeregnet und mein Sitz war so unglaublich wackelig, dass ich ständig von einer zur anderen Seite geschwankt bin. Sehr thrombose-gefährlich jedenfalls. In Cape Coast angekommen haben wir uns im Amkred Guesthouse mit 9 Leuten in 2 Doppelzimmer und ein Einzelzimmer gemütlich gemacht.
Sonntag, 9. September 2007
Accra - Kumasi - Lake Bosumtwi - Accra (24.08.-27.08.07)
Das Highlight der Fahrt war aber das Brotdorf, ein Dorf, oder eine Kleinstadt, in der wirklich alle Bewohner an der Straße standen und Weißbrot zu verkaufen hatten. Alle. Das sah so lustig aus, sodass wir das Dorf Breadville getauft haben und danach stundenlang schlechte Wortwitze gerissen haben. Kleine Kostprobe: Was ist das meistgelesenste Buch in Breadville? The Great Breadsby! Oder: Was ist Breadvilles Lieblingsfilm: Alien vs. Breadetor. Haha, es ging weiter mit Bread Pitt oder Breadney Spears, den Rest kann man sich vorstellen, hab jedenfalls selten so gelacht.
In Kumasi angekommen mussten wir dann wirklich die komplette Stadt nach Guesthouses abklappern, bis wir schließlich eins gefunden hatten. Kumasi ist Ghanas zweitgrößte Stadt mit schätzungsweise 1,5 Millionen Einwohnern und man sagt es ist die heimliche und vor Allen kulturelle Hauptstadt des Landes. Es ist außerdem die Hauptstadt des Ashanti-Reiches und deshalb der Sitz des Ashanti-Königs, der auch heute noch eine große Rolle im politischen Alltag Ghanas spielt. Die Menschen dort waren auf jeden Fall freundlicher und gelassender als die hektischen Accraer. Wir sind natürlich sofort auf den Kejtija-Markt gegangen, den mit Abstand größten Markt Westafrikas und einem der größten des Kontinents. Er ist unglaublich groß, größer als 15 Fußballfelder. Die Ashanti sagen, dass man hier alles kaufen kann, mit Ausnahme von Flugzeugen und Öltankern. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis gewesen sich in das unglaubliche Gewusel von Menschen und Waren zu bewegen. Es wurde geschubst, gedrängelt, gegrapscht, geschrien, nach einer halben Stunde hatten wir genug. Stattdessen ging es in National Cultural Centre, ins kleine aber äußerst interessante Ashanti-Museum. Danach gab es eine kostenlose Tanzperformance zur ghanaisch-indischen Kulturwoche. Die afrikanischen Rhythmen waren äußerst genial (siehe Fotos von Kumasi), die indische 2-stündige Kreischeinlage war aber kaum zu ertragen. Die Tänzerin hat ihren Tanz ständog abgebrochen, weil sie unzufrieden war und hat dann ins Publikum geschrieen, dass es eigentlich anders aussehen sollte und der Takt „Ka-Chi-Ka-Ka-Chi-Ka-Chi-Ka-Ka-Chi“ ist. Schrecklich. Danach haben wir uns im hippen Funkies zu Livemusik betrunken und haben super Schüttelfotos gemacht. Spezialalbum mit Schüttelfotos folgt.
Nach nur 1 Tag hatten wir dann aber schon genug vom quirligen Kumasi, besonders wenn man vorher 3 Wochen im noch quirligeren Accra unterwegs war und es zog uns in Richtung Natur pur, zu Ghanas größtem natürlichen See - dem Lake Bosumtwi. Das ging mit einstündiger TroTro-Fahrt nach Kuntanase und anschließender einstündiger Taxifahrt zum Geheimtipp-Guesthouse am Seeufer, dem Rainbow Garden Village, total ab vom Schuss aber ein unglaubliches Paradies. Steffen aus Freiburg hat es vor zwei Jahren aus dem Nichts geplant und gebaut und wohnt jetzt mit Belinda, seiner Frau, dort. Es gibt 12 Zimmer, eine Bar, ein Volleyballfeld am Wasser, Tischtennis und Erholung pur. Es war wirklich traumhaft und für 6 Euro pro Nacht - wow! Schwimmen waren wir auch, das Wasser ist glasklar und es gibt weder Bilharziose, noch Krokodile. Abends haben wir mit zwei Einheimischen ein großes Feuer gemacht, haben getrommelt und ein Rastafari hat Geschichten erzählt bis in die Nacht.Der See ist fast kreisrund und hat einen Durchmesser von 10 km. Umgeben von 400 m hohen Bergen und mit tropischen Pflanzen übersät gab es natürlich auch jede Menge Getier und Gewürm. Und wie es der Zufall so wollte haben sich kurz vor der Nachtruhe zwei riesige Spinnen über meinem Bett gemütlich gemacht, von denen Belinda behauptete, sie seien giftig. Die Spinnen waren jedenfalls um ein vielfaches größer, als alles was ich bisher gesehen habe. Andrew hat ein Foto mit seiner Hand als Vergleich gemacht, das lade ich noch hoch. Hab jedenfalls eine nicht so gute Nacht gehabt, oben im Hochbett liegend mit 20-cm Abstand zur Decke und undichtem, löchrigem Dach. Aber habe es Gott sei Dank ueberlebt. Wir werden aber trotzdem nochmal dorthin fahren und das ganze Resort fuer uns reservieren. Das wird bestimmt toll...so das wars nochmal von mir, die Tage gibts nochmal ein Uni-Update Neues vom Chaos-Wochenende in Cape Coast und Elmina. So long, machts gut...
Donnerstag, 23. August 2007
Uni beginnt (mit Umwegen)
Jedenfalls habe ich schon 3x Twi-Unterricht gehabt und ich kann schon einfache Redewendungen und Grussformeln auf Twi sagen.
Papa Maakye - Guten Morgen (zu einem aelteren Mann)
Afe nchia pa - Frohe Weihnachten
oder auch
papa papa a papa papa - Mein lieber Vater hat einen guten Ventilator
Ist jedenfalls sehr witzig und das Lernen faellt mir nicht schwer.
Alles in allem mache ich hier seltsamerweise mehr Kurse als zu Hause in Erlangen. Aber International Students on Special Admission muessen mindestens 18 Credits machen.
Hier meine Kurse:
- Masterpieces of African Literature
- Traditional African Drumming
- Twi for Beginners
- Introduction to Directing
- Playwriting
- Voice and Speech
- Conflicts and Identities in African States
- Production Participation
- Contemporary African Drama (Play Interpretation and Analysis)
Eine ganze Menge also. Das tolle daran ist aber, dass viele Kurse sehr praktisch ausgelegt und man selbst nicht nur sitzend und anwesend gefordert wird. Mein Englisch-Professor hat jedenfalls in der ersten Stunde gesagt: "Wenn ihr nichts tut dann schweigen wir uns hier jede Woche zwei Stunden an, ich hab da kein Problem mit, wenn ihr das so wollt, aber keiner verlaesst dann den Raum."
Ich bin sehr gespannt. Heute morgen war ich auf einer Willkommensfeier der School of performing Arts (mit den Instituten fuer Theater, Tanz und Musik) in einem der beiden Unitheater (Bilder folgen). Neben der Vorstellung der Lektoren, Dozenten und Professoren wurde getrommelt, getanzt und gesungen, was das Zeug haelt. Unter den circa 250 Ghanaern waren auch 3 Obronis (Ellen aus Los Angeles, Rebecca aus St. Louis und Michael aus Koettelbach (hahahaha)). Da wir so schoen weiss aussahen wurden wir von Prof. Dr. Dr. Name vergessen, dem Leiter der School of performing Arts, zum Privatplausch in sein Buero eingeladen. Quintessenz des Gepraechs: Wenn wir irgendetwas brauchen oder uns etwas fehlt, dann sollen wir zu ihm kommen, er wird das schon regeln. Super!
Dienstag, 21. August 2007
Handy weg - Nummern weg - Neues gekauft - Neue Nummer
Mein geliebtes Siemens-Handy mit all meinen Nummern ist leider weg! Es ist mir in einem Restaurant aus der Tasche geslippt und wurde von irgendwem gestohlen.
Da ich aber als reicher Obroni sofort ein neues am Start habe ist hier meine neue Nummer:
00233245132813
Hoffe natuerlich auch hier auf Anrufe en masse und sms was das Zeug haelt...
Bis dahin tschuess und morgen gibts erste Uninachrichten...
Donnerstag, 16. August 2007
Typisch...
Neue Kontaktdaten
Michael Schmitt
International Students Hostel II
Room 115
University of Ghana
PO Box LG 25 Legon/Accra GHANA
Viel Spass beim Melden und fleissig schreiben. Michi
PS: Falls die Telefonnr. nicht funkt, dann kann man auch noch die Nummer samt Accra-Vorwahl ausprobieren, also 00233245101756
Mittwoch, 15. August 2007
Markttag in Downtown
13. und 14. August
Heute war offizieller Markttag in Downtown Accra. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und von Mercy angewiesen alleine mit dem TroTro in die Stadt zu kommen und dort den Makola Markt im Zentrum Accras zu finden, danach ein Taxi nach Osu (dem Shopping- und Weggehviertel) zu nehmen und am Ende wieder heil mit dem TroTro zurück zum Campus zu gelangen. Das hört sich aber alles einfacher an, als es ist.
1. Ein TroTro fährt nicht wann man es will und wohin man will: Das funktioniert nach ghanaischen Regeln. Man schreit an der Straße so lange zuerst „37“ bis ein ohnehin schon total überfülltes TroTro anhält und Jemand entweder „Ja“ oder „Nein“ sagt. Wenn "Ja" darf man sich für 2000 Cedis (0,15 Cent) hineinquetschen und bis zum 37 Interchange Circle mitfahren. Dort geht das gleiche Spiel von vorne los, nur mit dem neuen Ziel „Down Accra“. Ein weiterer Haken: Man ist leider nicht der Einzige, der versucht in die Stadt zu kommen, also fährt der TroTro, der am schnellsten schreien und zusteigen kann. Hmpf!
2. Downtown Accra und vor Allem der Makola Markt ist ein riesiges Gewimmel und Gewummel (neues Wort, wieso hat das noch niemand vorher erfunden?) von Menschen, die versuchen etwas zu verkaufen. Wenn dann auch noch alle auf einmal „Obruni“, „Hey Whiteman“ oder „You, yeeeah you, I like you, no really I like your face“ schreien, wird’s stressig. Und dazu 37 Grad im stärksten Smog.
3. In Accra ein Taxi zu nehmen ist nicht so einfach und luxuriös wie back home in Germany. Zuerst muss man einen Preis aushandeln, was schnell in einer hitzigen Diskussion endet, wenn man bemerkt, dass man gerade übers Ohr gehauen wird. Wenn der Preis steht und man im Taxi sitzt muss man leider Navigationssystem für den Taxifahrer spielen, weil viele nicht wissen, wo sie hinfahren sollen. Ein drittes Problem offenbart sich, wenn das Taxi zum TroTro umfunktioniert wird und einfach noch 4 Leute zusteigen. Will man ein Exklusiv-Taxi für sich, muss man schon alle 4 Sitze „kaufen“.
Nach dem erfolgreichen TroTro-Fahren und dem furchtbar stressigen Makola-Markt haben wir uns dann mit Chobbis im Frankies getroffen, DEM Place-to-Be für alle Obronis. Frankies ist ein hippes American-Diner mit europäischen Preisen und mehr, wo man Pizza, Burger, Salate, Eis und Shakes haben kann und wo sich wirklich ALLE Obronis gesammelt haben: Auf der Terrasse hab ich folgenden Satz gehört: „Björn-Schatz, kommst du bitte aus der Sonne!“ Ganz furchtbar also aber mein Double Cheeseburger für 11 Dollar war wirklich sensationell.
Da wir abends noch nicht genug Aufregung gehabt haben, sind wir zu 15t (!!!) mit Taxen zum Labadi Beach Resort, dem einzigen 5-Sterne Hotel Ghanas gefahren, um dort gediegen ein paar Cocktails zu schlürfen. Das Hotel wird nur von superreichen Ghanaern und natürlich Ausländern besucht und wir mussten 3 Sicherheitskontrollen passieren, bevor wir uns in einer super-schicken im Kolonialstil gehaltenen Bar zwischen Wasserfontänen, allerlei Gold und Kristall und Palmen niederlassen konnten. Die Preise waren erstaunlicherweise nicht so hoch, vergleichbar mit jeder beliebigen Cocktail-Bar in Deutschland. Und ich hatte sogar einen „Deutsch-Jagermeister“.
Das wars erstmal wieder von mir...morgen gibts mehr...gruesse an Alle.
Dienstag, 14. August 2007
erste fotos online
hier nochmal der link: http://picasaweb.google.de/unkenzucht
grüße micha
Sonntag, 12. August 2007
Die ersten Tage auf dem Campus
Gestern waren wir in 3er Gruppen auf dem Madina Market, einem riesigen, wuseligen Gewimmel von Menschen, Tieren, Waren, Geruechen und Geraeuschen. Das war ein Erlebnis, da wir alleine dorthin kommen mussten und lernen sollten wie man richtig handelt ohne uebers Ohr gehauen zu werden. Das war schon sehr anstrengend, weil alle Leute "Obroni" schrien, was soviel heisst wie reicher weisser Mann. Ausserdem zogen uns einige Leute an den Klamotte, weil sie uns unbedingt ihre Staende und Waren zeigen wollten. Zum Glueck hatten wir Chobis dabei, eine unserer Tutorinnen, die in den richtigen Situationen eingefriffen hat und gesagt hat: Hey, das kostet doch normalerweise nur die Haelfte. Das beste am Markt waren aber wider die unglaublich vielen Kuriositaeten, die man zu Gesicht bekommen hat. Riesige Schnecken (30 cm), die gegessen wurden, superschlechte Kopien bekannter Klamottenmarken und natuerlich die seltsamsten Gesichter und Grimassen. Und die Fahrt mit dem TroTro, dem einzigen oeffentlichen Verkehrsmittel in Accra, ist ein Erlebnis fuer sich. Man muss so lange am Strassenrand schreien, bis eins anhaelt und dann werden einfach so viele Leute reingepresst, bis die Reifen fast platzen. Also ungefaehr 30 Menschen auf 8 Plaetze...afrikanisch!
ich komme an
Nachdem ich in Accra gelandet war, wurde ich von Dennis und Borteley abgeholt und zum International Students Hostel II gefahren (es wird nur Ish II genannt), mein Zimmer war leider zuerst mal ein Schock...karg, klein, dreckig...zudem kein Wasser auf den Toiletten, die dementsprechend aussahen und leider immer noch aussehen. Und Stromausfaelle. Gut, aber so ist es...Nach drei Eimerduschen geht es mittlerweile. Jedenfalls waren die ersten anderen Internationalis, Everett aus Edmonton und Will aus Vancouver sehr nett. Und ich habe geschlafen wie ein Baby...
Es geht los!!!
8.9.2007 - 13:54
Mailand Flughafen
Eben im Mini-Flugzeug waren nur unglaubliche 30 Leute…und der Pilot hat einfach nur die halbe Startbahn zum Starten benutzt, also nur knapp 2km. Und kurz vor dem schönen Frankfurter Flughafenwald hat er gerade noch so hochgezogen, aufregend. Tja, ihr merkt schon, wo noch nicht viel passiert ist, sollte man auch nicht viel schreiben… deswegen warte ich jetzt auf mein Flugzeug und dann melde ich mich dann zurück aus Accra.
Bis dahin tschüss
Michi
