So, hier mal eine kleine Einführung ins ghanaische Preissystem. Was kostet wie viel, was bezahlt man wofür? Wie viel bekommt man hier wirklich für 1 €. Zuerst muss man sagen, dass sich das ganze Land gerade in einer Währungsreform befindet. Der alte Cedi hat ausgedient und der neue Ghana Cedi wird gerade langsam an den Mann/an die Frau gebracht.
Ein Euro ist ungefähr 12.000 alte Cedis und 1,20 neue Cedis. Das Schwierige an dieser Zweigleisigkeit ist, dass beide Währungen im Umlauf sind und man mit beiden gleichzeitig bezahlen muss. Der alte Cedi besteht nur aus Cedis, nicht wie der Euro aus Euro und Cent. Ein neuer Cedi sind 100 Pesewas. Man hat also ziemlich viele verschiedene Münzen und Scheine in der Tasche. Unglaublich ist auch, dass der größte Geldschein der alten Währung 20.000 Cedis ist (also umgerechnet 1,80 €). Man kann sich vorstellen, wie viele Scheine man zu einem Großeinkauf, zu einem feinen Abendessen oder zum Autokauf mitnehmen muss. Die Währungsreform verringert also das Portemonnaie-Volumen drastisch. Negativer Nebeneffekt ist aber auch dass die Preise für Waren jetzt schon ansteigen, und vieles was früher um die 50 Cent gekostet hat, jetzt, der „Einfachheit“ halber, einen Cedi kostet. Wir haben das ja auch alle beim Euro mitgemacht. Um Unmut vorzubeugen hat die lustige Zentralbank 328.986.256 (eher mehr) lächelnde Aufklärungs-Sticker im Land verteilt, die proklamieren, dass alle Preise beim alten bleiben werden. „The value ist the same“. Daneben sind Vorher-Nachher-Bilder von unzufriedenen Frauen und Männern, die Koffer voller Geld herumschleppen nebst vor Freude jauchzender Ghanaer, die nur noch ein paar Scheine der neuen Währung in der Hand halten. Viele Marktfrauen sehen aber trotzdem lieber den alten Cedi, obwohl der im Dezember ausgedient haben soll. Ob das aber so reibungslos funktioniert…ich kann es mir kaum vorstellen.
Nun gut, was bekommt man hier für sein Geld? Wie billig ist Ghana? Hier ein paar Beispiele aus dem Alltag. Die Preise sind in Euro umgerechnet…
Ein großes Brot - 50 Cent
Ein Päckchen Kaugummi - 8 Cent
Frühstück auf dem Markt (Egg-Sandwich und Kakao) - 80 Cent
Eine Banane - 6 Cent
Eine Wassermelone - 15 Cent
500ml-Trinkwasserpäckchen - 2 Cent
15-Liter Wasser in 30 Plastikbeuteln - 70 Cent
ein ghanaisches Bier (0,7 Liter) - 70 Cent
eine Flasche Schnaps - ab 60 Cent
traditionelles Mittagessen (Fufu, Banku, Kenkey, Jollof) - 40-60 Cent
Hotelzimmer (mit Gemeinschaftsduschen) - 3 Euro
Hotelzimmer (mit eigenem Bad) - ab 4 Euro
Taxifahrt nach Downtown-Accra (15 km) - ab 3 Euro je nach Verhandlungsgeschick
TroTro-Fahrt in die Stadt - 30 Cent
Pizza beim schicken Italiener - 5-10 Euro
…
ein kleines Päckchen Feta (importiert) - 28 Euro
ein kleines Glas Nutella (natürlich auch importiert) - 8 Euro
ein kleines Glas HOnig
ein Tetra-Pack Milch (fast immer aus Dland) - ab 4 Euro
kleines Päckchen Haribo-Gummibärchen - 6 Euro aufwärts
500 Gramm Gouda von der lieben Tante Antje - ab 15 Euro
…ihr seht. Man bekommt hier alles, wenn man das nötige Kleingeld hat. Es ist aber schon lächerlich hier im Koala-Mart oder im Max-Mart (die beiden größten westlichen Kaufhäuser in Accra) schicke Obrunis und Ghanaer zu sehen, die 28 Euro für ein 200 Gramm Päckchen Feta hinblechen (dafür kann man ungefähr 250 Mal auf dem Markt essen). Nun ja, trotzdem ist das Verlangen nach westlichem Essen hier besonders groß und nach 3 Tagen Ghana-Essen vom Markt packt mich der absolute Heißhunger nach Nudeln, Pizza, Hamburger, Pommes oder sonstigem Vertrauten, was ja auch irgendwie verständlich ist.
Aber was isst man traditionellerweise hier? Der echte Ghanaer isst Reis oder Fufu (gestampfte Cassava und Kochbananen) mit Soße 3-mal am Tag. Die häufigsten Gerichte sind:
Waakye - weißer Reis und Bohnenmix
Plain Rice - einfacher Reis
Jollof - Reis in Gemüse und Fleischsud gekocht (orangefarben)
Fried Rice - gebratener Reis
Banku/Kenkey - gestampfter Mais und Kochbananen
Omotuo - Knödelartige Reisbälle
Fufu - gestampfte Cassava-Knolle und Kochbananen
RedRed - rote Kidney-Bohnenpampe mit Fried Plantains
Spaghetti - extrem weich gekocht, pampenhaft
Geraspelter Weißkohl als Mini-Beilage (der Ghanaer steht nicht auf Salat oder Gemüse)
Fried Plantains - geröstete oder frittierte Kochbananen mit Pfeffer
Fried Yams - frittierter Yams (ähnlich ganz dicken Pommes)
Kebabs - superscharfe Fleischspieße aus Ziegenfleisch
Dazu gibt’s dann die Auswahl zwischen 4 verschiedenen suppenartigen Soßen:
Groundnut-Soup - Erdnusssuppe mit Innereien (man glaubts kaum aber das ist mein Favorit)
Palmnut-Soup - Suppe aus Palmnüssen mit Fisch (unglaublicher Kotzreiz)
Light-Soup - Extrem scharfe Suppe aus Tomaten und Ziegenfleisch
Stew - scharfe Tomaten-Fleischsoße
Wenn man den Tag nicht mit Reis anfangen möchte (der übliche Ghanaer isst Waakye mit Stew zum Frühstück), der wird von zahlreichen Eierfrauen beglückt, die mit ihren kleinen Ständen am Straßenrand stehen und ein schnelles Rührei-Sandwich (für 40 Cent) zaubern. Im zweiten International Students Hostel gibt es auch eine Pancake-Lady, die superleckere Pfannenkuchen für die armen Obrunis brät, um deren afrikanischen Essensschock zu kompensieren.
Hauptnahrungsquelle für uns ist aber der Nightmarket (ein kleiner Markt aus Obst- und Essensbuden, hier köcheln verschiedene Stände von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr abends), der nur 100 Meter vom Hostel entfernt ist.
So genug von traditionellem Essen (nach 2 Tagen momentan). Es ist Dienstag, das bedeutet 2 for 1- Pizzanight in der Tankstellen-Pizzeria außerhalb des Campus - die wöchentliche Pilgerfahrt beinahe aller Internationalis. Lächerlich aber wahr. Und ich pilgere jetzt auch dorthin. Tankstellenabend. Die Zeiten sind zu Hause ja schon seit Jahren vorbei.
Das wars noch mal von mir…Bis bald. Micha
PS: Ach ja, ich beneide euch alle so oft hier um frisches Gemüse, einen fetten Salat, Käse, Marmelade und Milch…..ich werde mächtig reinhauen, wenn ich wieder zu Hause bin. Also ladet mich besser nicht zum Essen ein, oder Moment mal - ladet mich auf jeden Fall zum Essen ein….Grüße und guten Hunger zu Hause…
Donnerstag, 18. Oktober 2007
Montag, 15. Oktober 2007
schreibfaul...
huhu alle zusammen, sorry dass ich in den letzten tagen, sogar wochen eher schreibfaul war, das liegt aber leider daran, dass ich soviel zu tun habe, bin gestern von einem anstrengenden vier-tage-trip aus dem westen des landes zurückgekommen, die bilder lade ich übrigens gerade hoch, und wir hatten wie immer eine menge spaß.
ich werde mich aber definitiv in den nächsten tagen nochmal mit news und geschichten vom regenwaldtrip, von der reise in die berge und zum höchsten wasserfall westafrikas und vom westen des landes melden....bis dahin aloha und ich hoffe euch geht es allen gut...
ps: übrigens, meine faulheit kann man auch hier ganz gut erkennen, das hin- und herswitchen zwischen groß- und kleinschreiben ist mir heute zuviel. das schiebe ich aber auf die affenhitze hier. bäääähh
ich werde mich aber definitiv in den nächsten tagen nochmal mit news und geschichten vom regenwaldtrip, von der reise in die berge und zum höchsten wasserfall westafrikas und vom westen des landes melden....bis dahin aloha und ich hoffe euch geht es allen gut...
ps: übrigens, meine faulheit kann man auch hier ganz gut erkennen, das hin- und herswitchen zwischen groß- und kleinschreiben ist mir heute zuviel. das schiebe ich aber auf die affenhitze hier. bäääähh
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