Donnerstag, 23. August 2007
Uni beginnt (mit Umwegen)
Jedenfalls habe ich schon 3x Twi-Unterricht gehabt und ich kann schon einfache Redewendungen und Grussformeln auf Twi sagen.
Papa Maakye - Guten Morgen (zu einem aelteren Mann)
Afe nchia pa - Frohe Weihnachten
oder auch
papa papa a papa papa - Mein lieber Vater hat einen guten Ventilator
Ist jedenfalls sehr witzig und das Lernen faellt mir nicht schwer.
Alles in allem mache ich hier seltsamerweise mehr Kurse als zu Hause in Erlangen. Aber International Students on Special Admission muessen mindestens 18 Credits machen.
Hier meine Kurse:
- Masterpieces of African Literature
- Traditional African Drumming
- Twi for Beginners
- Introduction to Directing
- Playwriting
- Voice and Speech
- Conflicts and Identities in African States
- Production Participation
- Contemporary African Drama (Play Interpretation and Analysis)
Eine ganze Menge also. Das tolle daran ist aber, dass viele Kurse sehr praktisch ausgelegt und man selbst nicht nur sitzend und anwesend gefordert wird. Mein Englisch-Professor hat jedenfalls in der ersten Stunde gesagt: "Wenn ihr nichts tut dann schweigen wir uns hier jede Woche zwei Stunden an, ich hab da kein Problem mit, wenn ihr das so wollt, aber keiner verlaesst dann den Raum."
Ich bin sehr gespannt. Heute morgen war ich auf einer Willkommensfeier der School of performing Arts (mit den Instituten fuer Theater, Tanz und Musik) in einem der beiden Unitheater (Bilder folgen). Neben der Vorstellung der Lektoren, Dozenten und Professoren wurde getrommelt, getanzt und gesungen, was das Zeug haelt. Unter den circa 250 Ghanaern waren auch 3 Obronis (Ellen aus Los Angeles, Rebecca aus St. Louis und Michael aus Koettelbach (hahahaha)). Da wir so schoen weiss aussahen wurden wir von Prof. Dr. Dr. Name vergessen, dem Leiter der School of performing Arts, zum Privatplausch in sein Buero eingeladen. Quintessenz des Gepraechs: Wenn wir irgendetwas brauchen oder uns etwas fehlt, dann sollen wir zu ihm kommen, er wird das schon regeln. Super!
Dienstag, 21. August 2007
Handy weg - Nummern weg - Neues gekauft - Neue Nummer
Mein geliebtes Siemens-Handy mit all meinen Nummern ist leider weg! Es ist mir in einem Restaurant aus der Tasche geslippt und wurde von irgendwem gestohlen.
Da ich aber als reicher Obroni sofort ein neues am Start habe ist hier meine neue Nummer:
00233245132813
Hoffe natuerlich auch hier auf Anrufe en masse und sms was das Zeug haelt...
Bis dahin tschuess und morgen gibts erste Uninachrichten...
Donnerstag, 16. August 2007
Typisch...
Neue Kontaktdaten
Michael Schmitt
International Students Hostel II
Room 115
University of Ghana
PO Box LG 25 Legon/Accra GHANA
Viel Spass beim Melden und fleissig schreiben. Michi
PS: Falls die Telefonnr. nicht funkt, dann kann man auch noch die Nummer samt Accra-Vorwahl ausprobieren, also 00233245101756
Mittwoch, 15. August 2007
Markttag in Downtown
13. und 14. August
Heute war offizieller Markttag in Downtown Accra. Wir wurden in Gruppen aufgeteilt und von Mercy angewiesen alleine mit dem TroTro in die Stadt zu kommen und dort den Makola Markt im Zentrum Accras zu finden, danach ein Taxi nach Osu (dem Shopping- und Weggehviertel) zu nehmen und am Ende wieder heil mit dem TroTro zurück zum Campus zu gelangen. Das hört sich aber alles einfacher an, als es ist.
1. Ein TroTro fährt nicht wann man es will und wohin man will: Das funktioniert nach ghanaischen Regeln. Man schreit an der Straße so lange zuerst „37“ bis ein ohnehin schon total überfülltes TroTro anhält und Jemand entweder „Ja“ oder „Nein“ sagt. Wenn "Ja" darf man sich für 2000 Cedis (0,15 Cent) hineinquetschen und bis zum 37 Interchange Circle mitfahren. Dort geht das gleiche Spiel von vorne los, nur mit dem neuen Ziel „Down Accra“. Ein weiterer Haken: Man ist leider nicht der Einzige, der versucht in die Stadt zu kommen, also fährt der TroTro, der am schnellsten schreien und zusteigen kann. Hmpf!
2. Downtown Accra und vor Allem der Makola Markt ist ein riesiges Gewimmel und Gewummel (neues Wort, wieso hat das noch niemand vorher erfunden?) von Menschen, die versuchen etwas zu verkaufen. Wenn dann auch noch alle auf einmal „Obruni“, „Hey Whiteman“ oder „You, yeeeah you, I like you, no really I like your face“ schreien, wird’s stressig. Und dazu 37 Grad im stärksten Smog.
3. In Accra ein Taxi zu nehmen ist nicht so einfach und luxuriös wie back home in Germany. Zuerst muss man einen Preis aushandeln, was schnell in einer hitzigen Diskussion endet, wenn man bemerkt, dass man gerade übers Ohr gehauen wird. Wenn der Preis steht und man im Taxi sitzt muss man leider Navigationssystem für den Taxifahrer spielen, weil viele nicht wissen, wo sie hinfahren sollen. Ein drittes Problem offenbart sich, wenn das Taxi zum TroTro umfunktioniert wird und einfach noch 4 Leute zusteigen. Will man ein Exklusiv-Taxi für sich, muss man schon alle 4 Sitze „kaufen“.
Nach dem erfolgreichen TroTro-Fahren und dem furchtbar stressigen Makola-Markt haben wir uns dann mit Chobbis im Frankies getroffen, DEM Place-to-Be für alle Obronis. Frankies ist ein hippes American-Diner mit europäischen Preisen und mehr, wo man Pizza, Burger, Salate, Eis und Shakes haben kann und wo sich wirklich ALLE Obronis gesammelt haben: Auf der Terrasse hab ich folgenden Satz gehört: „Björn-Schatz, kommst du bitte aus der Sonne!“ Ganz furchtbar also aber mein Double Cheeseburger für 11 Dollar war wirklich sensationell.
Da wir abends noch nicht genug Aufregung gehabt haben, sind wir zu 15t (!!!) mit Taxen zum Labadi Beach Resort, dem einzigen 5-Sterne Hotel Ghanas gefahren, um dort gediegen ein paar Cocktails zu schlürfen. Das Hotel wird nur von superreichen Ghanaern und natürlich Ausländern besucht und wir mussten 3 Sicherheitskontrollen passieren, bevor wir uns in einer super-schicken im Kolonialstil gehaltenen Bar zwischen Wasserfontänen, allerlei Gold und Kristall und Palmen niederlassen konnten. Die Preise waren erstaunlicherweise nicht so hoch, vergleichbar mit jeder beliebigen Cocktail-Bar in Deutschland. Und ich hatte sogar einen „Deutsch-Jagermeister“.
Das wars erstmal wieder von mir...morgen gibts mehr...gruesse an Alle.
Dienstag, 14. August 2007
erste fotos online
hier nochmal der link: http://picasaweb.google.de/unkenzucht
grüße micha
Sonntag, 12. August 2007
Die ersten Tage auf dem Campus
Gestern waren wir in 3er Gruppen auf dem Madina Market, einem riesigen, wuseligen Gewimmel von Menschen, Tieren, Waren, Geruechen und Geraeuschen. Das war ein Erlebnis, da wir alleine dorthin kommen mussten und lernen sollten wie man richtig handelt ohne uebers Ohr gehauen zu werden. Das war schon sehr anstrengend, weil alle Leute "Obroni" schrien, was soviel heisst wie reicher weisser Mann. Ausserdem zogen uns einige Leute an den Klamotte, weil sie uns unbedingt ihre Staende und Waren zeigen wollten. Zum Glueck hatten wir Chobis dabei, eine unserer Tutorinnen, die in den richtigen Situationen eingefriffen hat und gesagt hat: Hey, das kostet doch normalerweise nur die Haelfte. Das beste am Markt waren aber wider die unglaublich vielen Kuriositaeten, die man zu Gesicht bekommen hat. Riesige Schnecken (30 cm), die gegessen wurden, superschlechte Kopien bekannter Klamottenmarken und natuerlich die seltsamsten Gesichter und Grimassen. Und die Fahrt mit dem TroTro, dem einzigen oeffentlichen Verkehrsmittel in Accra, ist ein Erlebnis fuer sich. Man muss so lange am Strassenrand schreien, bis eins anhaelt und dann werden einfach so viele Leute reingepresst, bis die Reifen fast platzen. Also ungefaehr 30 Menschen auf 8 Plaetze...afrikanisch!
ich komme an
Nachdem ich in Accra gelandet war, wurde ich von Dennis und Borteley abgeholt und zum International Students Hostel II gefahren (es wird nur Ish II genannt), mein Zimmer war leider zuerst mal ein Schock...karg, klein, dreckig...zudem kein Wasser auf den Toiletten, die dementsprechend aussahen und leider immer noch aussehen. Und Stromausfaelle. Gut, aber so ist es...Nach drei Eimerduschen geht es mittlerweile. Jedenfalls waren die ersten anderen Internationalis, Everett aus Edmonton und Will aus Vancouver sehr nett. Und ich habe geschlafen wie ein Baby...
Es geht los!!!
8.9.2007 - 13:54
Mailand Flughafen
Eben im Mini-Flugzeug waren nur unglaubliche 30 Leute…und der Pilot hat einfach nur die halbe Startbahn zum Starten benutzt, also nur knapp 2km. Und kurz vor dem schönen Frankfurter Flughafenwald hat er gerade noch so hochgezogen, aufregend. Tja, ihr merkt schon, wo noch nicht viel passiert ist, sollte man auch nicht viel schreiben… deswegen warte ich jetzt auf mein Flugzeug und dann melde ich mich dann zurück aus Accra.
Bis dahin tschüss
Michi